Wednesday, 30 January 2019
Wednesday, 23 January 2019
On Storytelling
For many years, the journalism I most warmed to was storytelling. A story is commonly understood to have a beginning, a middle, and an end. In other words, it is is a construct, it doesn't represent the way things are but how our brains are able to understand them, what makes sense to us. It is fiction — for fiction we understand, reality we don't; it is too complicated.
Recently, the German magazine Der Spiegel informed their readers that it had been misled. Claas Relotius, one of their most renowned reporters, who had been showered with journalism prizes, had for years invented stories. When a fellow reporter, Juan Moreno, became suspicious, he was initially not believed. Eventually, however, due to his persistence, the truth came out — and Der Spiegel had a credibility problem.
It's reaction was formidable. it laid open what it knew, invited critics to have their say — more transparency wan't really imaginable. Then, however, I came across this, as far as I'm concerned,extremely stupid sentence: "Die meisten Reporter arbeiten absolut sauber, das muss hier noch einmal betont werden. (Most reporters work absolutely correctly, it needs to be stressed here once again). Well, this cannot be known. Moreover, it is the standard answer when the system should not be put into question.
The system? ... For more, go here
Wednesday, 16 January 2019
Wednesday, 9 January 2019
Mistral: The Legendary Wind of Provence
It's been years since I've last been to
Provence but glancing through the pages of this exquisitely done tome
I feel immediately transported back in time. Not only because of what
the photos show but also because I know (for I see only what I know)
that they were taken in Southern France where I had spent some time
in my younger years.
How does one photograph the wind?
Photographer Rachel Cobb, writes Bill Buford in his excellent
introduction, „wasn't actually photographing the wind as such, but
its effects. She was looking for images so aerodynamically impacted
that we, like onlookers sheltered nearby, could feel the invisible
force, just as her subjects felt it. She wanted us to shiver and sink
our heads into our necks and hold ourselves in our own arms.“
I could indeed feel „the invisible
force, just as her subjects felt it“. And, I was once again
awe-struck that photographs can make visible what can't be seen.
Also, I could clearly sense that I'm not a wind-lover – there is
way too much foehn where I live.
I especially loved how Buford describes
Cobb's failed attempt to capture the moment when a hat was leaving
the head of a man or how she, „the photographer of discomfort“
(what a brilliant way to put it!), missed the mistral ruining a
wedding.
For the full review, go here
Wednesday, 2 January 2019
When my camera is in charge
Santa Cruz do Sul, December 2018
I'm not into the technical side of taking photographs, my interest is solely in framing and it doesn't cease to baffle me that my camera is regularly presenting me with pictures that show surprising colours as well as light arrangements I hadn't been aware of when pulling the trigger. I mean, the colours were sort of like that but just sort of. Differently put: My camera is more in charge than I am. And, I kinda like that. Sometimes.
Wednesday, 26 December 2018
Gehen. Weiter Gehen
„Vielleicht irre ich mich, aber wenn
ich sehe, wie ein Kind gehen lernt, wird mir klar, dass die Freude,
es zu entdecken und es zu beherrschen, die stärkste Kraft ist, die
es gibt. Einen Fuss vor den anderen zu setzen, Grenzen zu erforschen
und zu überschreiten, liegt in unserer Natur. Wir beginnen nicht
nur, auf Entdeckungsreisen zu gehen, wir hören auch nicht mehr damit
auf.“
Erling Kagge ist kurze und lange
Strecken gegangen, in der Natur und in Städten, manchmal hat er sich
dabei gelangweilt, manchmal sich gefreut. Und weil Gehen bedeutet,
sich Zeit zu nehmen, hat er dabei sich selber und die Welt um sich
herum auch wirklich wahrgenommen. „Denn ich begreife nicht und
werde niemals begreifen, dass es ein Vergnügen sein kann, so an
allen Gebilden, Gegenständen, die unsere schöne Erde aufweist,
vorüberzurasen, als wenn man toll geworden sei und rennen müsse, um
nicht elend zu verzweifeln“, zitiert er Robert Walser.
Mit zwei Freunden beschliesst er zur
Fuss durch Los Angeles zu gehen. Sie sehen kaum Bäume, dafür aber
unfassbar viele Maniküre-Salons („wir hatten den Eindruck, dass
die eine Hälfte der Einwohner der anderen Hälfte die Nägel
poliert“), Drogenkonsumenten und Bauprojekte. Auch durch die
Strassen Dublins wandert er, auf den Spuren von Joyces 'Ulysses' ,
angeleitet von Nabokov, und die Juan-Fernández-Inseln vor Chile, auf
der Daniel Defoes 'Robinson Crusoe' spielt, besucht er.
Erling Kagge sortiert seine Gedanken,
während er geht, bringt etwas Ordnung in das Chaos in seinem Kopf.
Ich erlebe das ähnlich. Wenn ich zum Beispiel mit einem Text nicht
weiter komme, lösen sich durch das Gehen die festgefahrenen
Gedankenverbindungen oft auf und setzen sich neu zusammen.
Gehen. Weiter Gehen
versammelt persönliche Erfahrungen, Erlebnisse von Freunden und
Bekannten, Erkenntnisse von Soziologen, Psychologen und Hirnforschern
und – der Autor ist von Beruf Verleger, ein sehr belesener – ganz
viele Verweise auf die Gedanken von Schriftstellern, die sich mit dem
Gehen auseinandergesetzt haben, von Tomas Espedal über W.G. Sebald
zu Antonio Machado.
Das Schöne an
diesem Band ist unter anderem, dass er einem ganz vielfältige
Anregungen gibt. Wer hat schon einmal die verschiedenen Teile seiner
Heimatstadt zu Fuss erkundet? Oder den Baum vor dem Haus genauer
betrachtet? Darüber hinaus ist Gehen. Weiter Gehen sehr instruktiv. „Füsse haben
eine starke und komplexe mechanische Struktur. Mit ihren
sechsundzwanzig Knochen, dreiunddreissig Gelenken und mehr als
einhundert Sehnen, Muskeln und Gelenkbändern halten die Füsse den
Körper aufrecht und im Gleichgewicht.“
Wenn wir gehen, ist
der ganze Mensch miteinbezogen. Die gängige Trennung in Kopf und
Körper ist irreführend. Gemäss dem Philosophen Maurice
Merleau-Ponty (und die Hirnforschung hat das bestätigt) erkennen, erinnern und reflektieren wir auch mit Zehen,
Füssen, Beinen, Armen, Bauch, Brust und Schultern. Nicht nur mit dem
Kopf und der Seele, auf die Sokrates Wert gelegt hat.
„Zu sein heisst nicht nur, in
der Welt zu sein, wie es Steine sind, sondern sich zur Welt zu
verhalten. Wir Menschen, betont Heidegger, müssen bereit sein,
Bürden auf uns zu nehmen, um frei zu sein. Entscheidet man sich für
den Weg des geringsten Widerstands, wird diese Alternative, die auf
den ersten Blick die wenigsten Probleme mit sich bringt, immer
Vorrang haben. Dann ist die Wahl vorherbestimmt, und man lebt nicht
nur ein unfreies, sondern auch ein langweiliges Leben.“
Wie wir gehen, können wir
beeinflussen. Versuchen wir bewusst zu gehen, merken wir, dass das
ganz schön schwierig ist, weil unser Hirn – ein Wald voll wilder
Affen – sich nicht gerne reinreden lässt. Dass und wie sich das Gehen-Üben lohnt,
zeigt Erling Kagge eindrücklich.
Erling Kagge
Gehen. Weiter Gehen
Insel Verlag, Berlin 2018
Wednesday, 19 December 2018
Lai da Palpuogna
Im
Juni 2007 wurde der Palpuognasee am Albulapass in einer Umfrage von
SF 1 zum „schönsten Flecken der Schweiz“ gewählt. Wie auch
immer, ich jedenfalls bin nicht gefragt worden ... Es ist ein
sonniger Herbsttag, als ich dort eintreffe.
Und schön ist der See, keine Frage. Ich nehme das Handy zur Hand und
mache ein paar Aufnahmen vom See, in dem sich die
umliegenden Berge und Bäume spiegeln, als mein Blick plötzlich in
die Höhe geht und ich einen kahlen, in goldenes Licht getauchten
Bergkamm wahrnehme. Es sind Farbenmuster, die mich begeistern und ich
unbedingt festhalten will. Aus mir unerklärlichen Gründen streikt
plötzlich meine Handy-Kamera. Ich drücke auf sämtliche Knöpfe, doch nichts, das Bild bleibt schwarz und
meine Stimmung ebenso. Als ich am darauffolgenden Tag deswegen im
Swisscom-Shop vorspreche, weist man mich darauf hin, dass mein
umgeklapptes Handy-Etui sich vor dem Objektiv befinde ...
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