Wednesday, 7 April 2021

Women Street Photographers

When thinking of street photography, Vivian Maier comes to mind, and Lisa Kahane. And then, all of a sudden, I ask myself: What the hell is a street photographer? Do they photograph only streets? Do they photograph only what can be seen when standing on a street? Melissa Breyer quotes in her introduction the Encyclopedia Britannica that descibes street photography as „a genre of photography that records everyday life in a public place ... Street photographers do not necessarily have a social purpose in mind, but they prefer to isolate and capture moments which otherwise might go unnoticed.“

Difficult to imagine a definition more vague ... Melissa Breyer dryly comments: „While the discourse over what comprises street photography may endure into eternity, the body of work by Staten Island resident Alice Austen could serve as a model for the genre itself.“ And while I do agree for she „took photos of anything and everyone that interested her“, I also believe her approach to be a good recipe for any kind of photography – and so I decide to simply look at the photographs in this tome and see what they do to me.

But before embarking on this visual adventure, I feel like quoting Melissa Breyer again who decrribes what gave birth to photography:„..a French inventor by the name of Nicéphore Niépce was looking for a way to make images without having to draw them.“ I've no idea whether this really was Niépce's motivation (I always wonder what makes people think they know the motivation of others – I cannot even figure out my own), but I love the story and so I like to think it was his motivation.

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Wednesday, 31 March 2021

Istanbul

Istanbul: Against all odds @ Timurtaş Onan

In the fall of 2006, I taught English in Istanbul, for two months. I had not prepared myself for this assignment, didn’t know anything about the city or Turkish culture. To be sure, I was not free of preconceptions like that Turkey was a country dominated by bearded men and women had not much to say. Needless to say, I was in for a surprise. Well, Istanbul is not Turkey but one of these modern cosmopolitan cities where elegantly clad women work in all sorts of professions. One of my students was a professor of child psychiatry who gave lectures at universities in the US. Why you want to take classes with me?, I wondered. In order to keep up with my hyper-active colleagues from Michigan, she smiled.

In other words, I have pictures in my head when looking at Timurtaş Onan’s Istanbul books. That he has another view of his native city than the visitor, isn’t exactly a surprise. Neither is it astonishing that quite a few pics arouse familiar feelings in me, especially the ones showing the ferries that I often took – Istanbul is divided by the Bosporus, also known as the Strait of Istanbul, a waterway that separates Europe and Asia. 

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Wednesday, 24 March 2021

Die Pflanzen und ihre Rechte

Schön gestaltet ist dieses Buch, gut in der Hand liegt es auch, doch der Titel erregt mein Missfallen. Können wir eigentlich nur in Rechten und Pflichten denken? Und überhaupt: Rechte zeichnet aus, dass man sie einklagen kann. Wer  also soll für Pflanzen sprechen? Nach den ersten paar Seiten bin ich jedoch bereits versöhnt und als ich dann noch den Originaltitel nachschlage – La nazione delle piante – ist mir klar, dass hier nicht eine Gruppe selbsternannter Aktivisten einen Lebenssinn sucht und sich wichtig macht, sondern es hier um Grundsätzliches geht.

"In unserer Wahrnehmung sind Pflanzen der anorganischen Welt sehr viel näher als der lebendigen Welt – ein grundlegender Perspektivfehler, der uns teuer zu stehen kommen könnte." Denn ohne Pflanzen gäbe es uns nicht, wir können nur mit ihnen zusammen existieren. Stefano Mancuso stellt sich die Pflanzen gerne als fürsorgliche Eltern vor, die unsere Existenz erst möglich machen. Ein wunderbar hilfreicher Gedanke, wir sollten ihn pflegen.

"Eine Charta zur Erhaltung unserer Natur" nennt der Autor sein Werk im Untertitel. Seine Charta besteht aus acht Artikeln. Artikel 1 benennt den Ausgangspunkt, aus dem sich alles ergibt:  "Die Erde ist die gemeinsame Heimat allen Lebens. Die Macht gehört allen Lebewesen." Bei diesem Gedanken zu verweilen, ihn zu spüren versuchen, ermöglicht uns, uns als Teil des Universums zu fühlen.

An zahlreichen Beispielen zeigt Stefano Mancuso auf, weshalb der Mensch nicht nur schlecht beraten ist, wenn er sich wie der Herrscher des Planeten aufführt, der sich  einfach nimmt, was ihm passt, sondern an seinem eigenen Untergang arbeitet. Das Leben auf dem Planeten Erde ist ein Geschenk, wir sollten entsprechend damit umgehen. Darauf kopf- und rücksichtslos herum zu trampeln ist  keine Option.

Doch leider tun wir genau das, denn wir verkennen, dass die vielen ökologischen Gemeinschaften den Motor des Lebens bilden. Mit anderen Worten: Alles ist miteinander verknüpft. Einzugreifen, ohne die Folgen abschätzen zu können (und das können wir oft deswegen nicht, weil wir nicht wissen, wir die Gesetzmässigkeiten nicht kennen, nach denen Lebensgemeinschaften auf der Erde funktionieren), ist mehr als dumm. Wir tun es trotzdem, denn langfristig zu denken scheint uns nicht gegeben. 

"Wir sind Neuankömmlinge auf dem Planeten und verhalten uns wie Kinder, die gefährlichen Unsinn anstellen, ohne den Wert und die Bedeutung dessen zu erkennen, womit sie herumspielen." Dieses Buch zeigt, dass man am besten Gegensteuer geben kann, indem man respektiert, was man vorfindet und sich nicht einmischt. Die Erde sollte ganz im Sinne der Gaia-Theorie als ein einziges Lebewesen betrachtet werden.

Stefano Mancuso fordert eine radikale Neuausrichtung. Und führt am Beispiel der Hierarchie aus, weshalb diese Form der Organisation die Falschen fördert und überdies krank macht. Dabei nimmt er auch Bezug aufs Peter-Prinzip, die Parkinson'schen Gesetze, Hannah Arendt und Stanley Milgram. Mit anderen Worten: Dieses Buch handelt nicht "nur" von Pflanzen, sondern vom Leben auf dem Planeten Erde, das die Raubtiernatur des Menschen im Begriff ist zu zerstören. Höchste Zeit also, dem angeblich so natürlichen Egoismus den Riegel vorzuschieben und uns für Zusammenarbeit (und gegen den Wettbewerb) zu entscheiden. Die Pflanzen zeigen uns wie das geht.

Fazit: Eine notwendige und überaus hilfreiche Lektüre.

Stefano Mancuso
Die Pflanzen und ihre Rechte
Eine Charta zur Erhaltung unserer Natur
Klett-Cotta, Stuttgart 2021

Sunday, 21 March 2021

Garden Pics




Santa Cruz do Sul, Janeiro 2019

Wednesday, 17 March 2021

James Lovelock: Novozän

James Lovelock, Jahrgang 1919, erwarb Abschlüsse in Chemie, Medizin und Biophysik, in Disziplinen also, von denen ich so ziemlich gar nichts verstehe, weswegen ich diesem Mann einigen Respekt entgegenbringe. Bryan Appleyard schreibt im Vorwort: "In seiner Nominierung für die Mitgliedschaft in der Royal Society wurden seine Arbeiten über die Übertragung von Atemwegserkrankungen. Luftsterilisation, Blutgerinnung, das Einfrieren lebender Zellen, künstliche Befruchtung, Gras-Chromatographie und so weiter angeführt." Kurz und Gut: Ein Universalgelehrter.

Novozän. Das kommende Zeitalter der Hyperintelligenz ist ein sehr informatives Werk. So lerne ich etwa, dass die Lebensdauer der Erde von der Sonne, die  sie wärmt, bestimmt wird. "Die zunehmende Hitze der Sonne bedroht das Leben auf unserem Planeten." Oder dass unser Planet "eine dünne flüssige Haut aus Wasser besitzt" und wir unter anderem von Vulkaneruptionen bedroht sind, die zu einer Temperatursenkung führen und uns in die Steinzeit zurück katapultieren könnten. Trocken kommentiert Lovelock: "Das Verstehen des Kosmos stünde dann auf unserer Prioritätenliste nicht mehr sehr weit oben."

Die Menschheit, so Lovelock, könnte aufgrund von Kräften, die ausserhalb unserer Kontrolle liegen, jederzeit ausgelöscht werden. "Aber wir können etwas tun, um uns selbst zu retten, indem wir lernen zu denken." Unser vertrautes Ursache und Wirkung-Denken ist nämlich nicht nur zu simpel, sondern auch irreführend. Man denke etwa an das eigene Leben, das um einiges komplexer ist als ein linearer Prozess.

Ein anderer Ansatz ist, die Erde als dynamisches, selbstregulierendes System zu verstehen. Gaia, wie Lovelock es nennt, "ist nicht leicht zu erklären, weil es sich um ein Konzept handelt, das sich intuitiv, aus tief im Innern vorhandenen und meist unbewussten Informationen ergibt." Das macht auch deswegen Sinn, weil wir genau so leben  unbewusst, weitestgehend gelenkt von unserem Körper, der mehr weiss  als wir wissen bzw. uns bewusst ist.

Unsere Zeit, das Anthropozän, ist wesentlich geprägt von der Beschleunigung. "Stellen Sie sich vor, in der Nähe eines Dorfes, weit draussen auf dem Land, wird eine Eisenbahnlinie gebaut. Die jahrhundertelange Erfahrung und das Wissen darüber, wie die Welt und das eigene Leben funktionieren, werden beim Anblick der ersten Lokomotive über den Haufen geworfen."

Der Einfluss des Menschen auf die Erde zeigt sich unter anderem in der Entstehung der Städte, die "der Entwicklung von Insektenkolonien zu folgen scheint." Termiten in einem Termitenbau verhalten sich genau so wie ihr integriertes Programm es ihnen vorgibt. Und die Menschen in den Bürotürmen unterscheiden sich nicht   auch sie tun, was ihnen vorgegeben ist: sie starren alle auf Computerbildschirme.

Wir sind wesentlich intuitiver unterwegs als wir gemeinhin annehmen. "Ich bin Erfinder, und wenn ich zurückblicke, dann realisiere ich, dass fast alle meine Erfindungen intuitiv vor meinem geistigen Auge entstanden sind. Ich erfinde nicht durch die logische Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Aber ich gebe zu, dass sich diese in meinem Geist vorhandenen Erkenntnisse manchmal intuitiv zu einer Erfindung fügen."

Denken wir an künstliche Intelligenz, so stellen wir uns häufig Roboter vor, die nach unserem Menschenbild gemacht werden. Doch das Anthropozän geht zu Ende und eine neue Art von Lebewesen wird denkbar. James Lovelock prophezeit eine nicht menschliche Intelligenz. Sich selbst regulierende Cyborgs, die 10 000 mal schneller sein werden als wir, stellt er sich vor.

Fazit: Höchst anregend, sehr vergnüglich und ausgesprochen lehrreich.

James Lovelock
Novozän
Das kommende Zeitalter der Hyperintelligenz
C.H. Beck, München 2021

Wednesday, 10 March 2021

On Photography





February 2021, Santa Cruz do Sul, Brazil

What fascinates me about photography is that nothing has to be created, that everything is already here or there and for everybody to see. We perceive the world differently, I suppose, but are able, within limits, to direct our attention. My photos are testimony of what my eyes had made me see at a certain moment in time. Look! Did you see that?, they seem to shout. They also serve as memories. And as invitations to have a look at the world through my eyes.

Wednesday, 3 March 2021

Looking at photographs






Copyright@Blazenka Kostolna

It goes without saying that looking at a photograph in a series is very different from looking at a photograph that stands alone. Usually, to present a series of photographs requires thinking. What should be put first, what pic should follow, should they be related to one another? 

In the case of the above shots I did not ask myself any of these questions, I simply kept the order in which they were sent to me by my friend Blazenka who photographed me in the cafe of the Landesmuseum in Zurich in November 2016.

The photographs bring back the circumstances of the shot (the season, the interior of the café) but, to my surprise, nothing else. And although I seem to engage in some serious thought, I do not remember at all what I was then talking about.