„Die meisten Leute haben nicht den leisesten Schimmer, was in Sachen Migration los ist“, ereiferte sich Fabian. „Asyl setzt ja voraus, dass man politisch oder religiös verfolgt ist. Das trifft auf die wenigsten Asylbewerber zu. Kennst du Frank Urbaniok, den forensischen Psychiater und Autor? In Schattenseiten der Migration weist er darauf hin, dass die Ausländerkriminalität in Deutschland, Österreich und der Schweiz überrepräsentiert ist. Und das bedeutet, dass Kriminalität auch mit der Kultur zu tun hat. Für mich, der ich einen Grossteil meines Lebens ausserhalb der Schweiz verbracht habe und interessiert an fremden Kulturen bin, ist das überhaupt keine Frage, sondern selbstverständlich. Genauso, dass wir lebenslang von der Kultur, in der wir aufgewachsen sind, geprägt bleiben. So habe ich in fremden Kulturen vor allem herausgefunden, wie schweizerisch ich bin.“
„Da fällt mir die Grünen Politikerin ein“, ergänzte Hugo, „die auf Instagram ein Bild von sich postete, das zeigte wie sie auf ein Bild von Maria mit Jesuskind schoss, worauf sie ihren Job als Kommunikationsberaterin sowie politische Ämter verlor. Sie wurde in Bosnien in eine muslimische Familie geboren, kam mit drei Jahren als Flüchtling in die Schweiz. Integrierter kann man kaum sein, doch war sie es auch emotional? Wie konnte sie nur, was hat sie sich bloss gedacht?, wurde in der Folge gefragt. Diesen Fragen liegt die Annahme zugrunde, wir wüssten, was wir tun. Das ist Humbug. Wir haben keinen Schimmer, warum wir tun, was wir tun. Was wir bewusst äussern ist Theater bzw. klassische Dissonanz-Reduktion. Wir sind viel zu komplex, um uns selber zu verstehen. Das Unbewusste regiert uns. Was uns wirklich antreibt, wie wir wirklich denken, zeigt sich allein in unserem Tun.“
„Kommunikationsberaterin? Nur schon, dass das ein Beruf sein soll!“
„So ist eben unsere Zeit, die Fassade ist das Wichtigste. Doch das letztlich Entscheidende geschieht hinter verschlossenen Türen. Die Aufgeblasensten finde ich die selbst ernannten Spezialisten für Krisenkommunikation, die nie etwas anderes raten, als die Wahrheit zu sagen, da sie letztendlich doch heraus käme. Und dafür kriegen die Honorar, und nicht zuwenig!“
„Noch einmal zu Urbaniok. Er erwähnte auch, dass nicht alle Kulturen polizeilich auffällig werden, Kleinkriminelle kommen nie aus Westeuropa, Skandinavien, Asien, Nordamerika oder Australien. Dass sich linke Kreise darüber empören und Rassismus schreien, zeigt so recht eigentlich nur, in was für einer Fantasiewelt diese Leute leben.“
Hans Durrer: Heute Nicht! Die Geschichte einer Obsession. Tredition, 2025


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